Die große Halle ist voll, überall flimmern Monitore, die aufgestellten Tische sind belagert von Computer-Zubehör, leeren Pizzaschachteln und Cola-Dosen. Außer dem sehr beliebten 3D-Shooter “Counter-Strike” und ähnlichen Spielen wie “Quake” und “Return to Castle Wolfenstein” kann man auch diverse Renn- und Strategiespiele entdecken. Niemand spielt unter seinem richtigen Namen, es werden “Nicknames”, also Spitznamen wie Tanis, Illuminatus oder Gothmog benutzt. Die Stimmung ist gut, alle sind locker und aufgeschlossen. “Es sind echt nette Leute gekommen, mit denen man schnell Freundschaften schließen kann. Das verbreitete Klischee des seltsamen Computerfreaks trifft überhaupt nicht zu, hier wird auch mal ein Bier getrunken und Party gemacht”, schwärmte der 19-jährige Daniel Schütz aus Bischofsdhron. Bis spät in die Nacht wird “gezockt”, viele machen durch, andere gönnen sich eine Ruhepause auf den ausgelegten Matratzen. In der “Chillout-Area” wird Musik gespielt, Getränke und die typische “Zocker-Nahrung”, Tiefkühlpizza, angeboten. Hier treffen sich auch Leute, die nicht aktiv an der Party teilnehmen und “nur mal so gucken” kommen. Einigen hat es so gut gefallen, dass sie es sich spontan in der Couchecke gemütlich gemacht haben und ein Playstation-Turnier spielen. Auch Mädchen sind anwesend, wenn auch größtenteils nur als Besucher, die sich nur selten an einen freien PC wagen. Die 18-jährige Camilla Müller aus Morbach, eine der wenigen aktiv teilnehmenden Mädchen, meint dazu: “Ich finde es schade, dass so wenig Mädels da waren. Zu Anfang wurde ich von manchen nur belächelt, aber das hat sich schnell gelegt. So manchen Jungs kann ich da mittlerweile was vormachen!” Viele der Spieler haben sich in so genannten “Clans” gruppiert, mit Namen wie [TEEM], [MFG], [rocket] und vielen anderen. In einem so genannten “Clanwar” waren elf Gruppen am Computer gegeneinander angetreten. Hierbei steht der sportliche Wettkampf im Vordergrund, es gibt genau definierte “Spielregeln”, und Pfuschen (“Cheaten”) ist verpönt. Reaktionsvermögen, Taktik und Teamplay sind gefragt – mit wilden Umherschießen kommt man nicht weiter. “Spiele sind nicht schuld” Die weit verbreiteten Vorwürfe, diese “Ballerspiele” würden die Gewaltbereitschaft fördern, sind nach der Meinung der Teilnehmer unbegründet. “Totaler Quatsch. Es kommt immer auf den Spieler an, der vor dem PC hockt. Die Spiele selbst sind an sowas nicht schuld”, erklärte Markus Bernard vom Teestuben-Team. Alles in allem sind die ausschließlich jugendlichen Organisatoren zufrieden mit dem Ablauf. Heiko Marx alias [TEEM]-Brain: “Es hat viel Spaß gemacht. Bei dieser Veranstaltung werden schon deutliche Unterschiede zu den relativkleinen Netzwerkparties, die wir bisher organisiert haben, deutlich.Ich glaube, wir haben alle viel dazugelernt. Bewährt hat sich auch die Kombination aus normaler Party und Computerspielen, da viele Zuschauer gekommen sind, mal ein Bier getrunken haben und jetzt wissen, was auf diesen ominösen Veranstaltungen abgeht.” Die ungewöhnlich hohe Anzahl von Jugendlichen, die aus bis zu 100 Kilometern Entfernung zu dem Event angereist waren, belasteten die begrenzten Netzwerkkapazitäten, die mit geliehenen Verteilern aufgestockt werden musste. Daher hofft die Teestube bei der nächsten Veranstaltung dieser Art auf unterstützende Sponsoren aus dem Elektronik- und IT-Bereich.